Details zur Destillerie Knockando

Bedeutung des Namens: "Kleiner schwarzer Hügel"

Foto von Knockando
Knockando von der ehemaligen Bahnstrecke aus
Die Brennerei Knockando wurde 1898 von John Thompson gegründet, als Architekt wurde Charles Doig verpflichtet, der als Erfinder des Pagodendaches auf dem Schornstein des Kilns berühmt geworden ist. Obwohl auch bei Knockando bereits seit Ende der sechziger Jahre die eigene Mälzerei aufgegeben wurde, gehört sie zu denen, die auch heute noch die von Doig konstruierte Pagode auf dem Dach besitzen.
Bereits ein Jahr nach Inbetriebnahme musste die Destillerie aufgrund des Zusammenbruchs großer Teile der schottischen Whiskyindustrie durch den Konkurs des marktbeherrschenden Whiskyhändlers Pattison ihre Pforten wieder schließen. Im Jahr 1904 wurde sie an den 1857 in London gegründeten Weinhandel und Ginhersteller Walter & Alfred Gilbey verkauft, die schon 1887 als erste englische Firma mit Glen Spey eine schottische Malt Whisky Brennerei erworben hatten, der sie 1895 mit Strathmill ihre zweite folgen ließen. Gilbey ließen ihre jetzt dritte Destillerie im Oktober 1904 wieder anfahren.
Im Jahr 1962 vereinigten sich Gilbey mit den 1952 enstandenen United Wine Traders, zu denen auch die bereits 1831 als Weinhandel gegründeten Justerini & Brooks gehörten, zu IDV (International Distillers and Vintners), sechs Jahre später wurde die Tennenmälzerei bei Knockando eingestellt. Innerhalb der IDV wurden die schottischen Aktivitäten von der Tochter Justerini & Brooks geführt, die kanadischen von Gilbey. Im Jahr 1968 ließen IDV zuerst Strathmill, 1969 dann Knockando und 1970 schließlich Glen Spey von jeweils zwei auf vier Brennblasen erweitern, außerdem begannen sie im gleichen Jahr mit dem Bau einer neuen Brennerei, Auchroisk. Alle diese Maßnahmen dienten zur Sicherung der Malterzeugung für den extrem stark verkauften Blend J&B, der auch heute noch der zweitmeistverkaufte Scotch Blended Whisky der Welt ist. Zu dieser Zeit waren IDV eines der großen Imperien in der schottischen Whiskyindustrie, zusammen mit der DCL (Distillers Company Limited), und den kanadisch basierten Seagram's und Hiram Walker.
Im Februar 1972 wurden IDV vom Brauereiriesen Watney, Mann & Co. erworben, die im Juli wiederum von Grand Metropolitan übernommen wurden. Unter der Führung der neuen Konzernmutter konnten IDV weiter expandieren, Auchroisk wurde trotz der Besitzerwechsel während des Baus vollendet, man lancierte mit Bailey's 1974 den ersten Sahne-Whisky-Likör, und die Whisky-Tochter in der Spirituosen-Tochter, also Justerini & Brooks innerhalb der IDV führte weiterhin die Geschäfte der Malt-Brennereien und sorgte für die Vermarktung von J&B. Im Jahr 1978 beginnt J&B sehr frühzeitig mit dem Export von Knockando Single Malt als 12-jährige Eigentümerabfüllung. Diese frühe Einführung hat Knockando zwischenzeitlich einen Platz unter den 10 meistverkauften Single Malts eingebracht. Zwar sind die Verkaufszahlen in den letzten Jahren eher rückläufig, und mit der anhaltend starken Nachfrage nach Single Malt sind auch andere Marken stärker geworden, außerdem besteht in den letzten Jahren eine verstärkte Nachfrage eher nach kräftigeren Single Malts, dennoch hält Knockando immer noch einen Platz innerhalb der 20 meistverkauften Single Malts weltweit. Seine mit Abstand stärksten Absatzmärkte sind Frankreich und Spanien. Interessanterweise hatte Knockando aufgrund dieser Eigenarten mit wenigen anderen auch innerhalb eines Riesenkonzerns so immer noch eine besondere Stellung, selbst nachdem sich Grand Metropolitan 1997 in einer friedlichen Fusion mit Guiness zusammen getan hatte und so der weltgrößte Spirituosenkonzern Diageo enstanden war. (Guiness hatte zuvor 1987 in einer feindlichen Übernahme die unbeweglich gewordene DCL übernommen und zu seiner Spirituosentochter United Distillers =UD geformt.) Bei der Fusion von Guiness und GrandMet zu Diageo wurde aus den Spirituosensparten UD und IDV die United Distillers and Vintners =UDV als Spirituosensparte des neuen Riesen Diageo. Dieser neuen Tochter UDV wurde eigentlich alles ein- bzw. untergliedert. Man übernahm die bereits 1988 bei UD eingeführten Classic Malts, und versuchte auf vielerlei Art (Rare Malts, Hidden Malts, Flora & Fauna) auch andere der über 30 Malt-Brennereien für die Vermarktung zusammen zu fassen. Nur Justerini & Brooks blieben bemerkenswerterweise unangetastet, die Lizenz für Knockando läuft heute noch auf diese Tochter, und auch der Knockando Single Malt war bis vor kurzem in keiner der Reihen von UD oder Diageo vertreten. Er stand ähnlich wie der Cardhu, der als einer der ersten von United Distillers intensiv vermarktet wurde, für sich. Interessanterweise sind beide Brennereien vom Stil ihres Produktes nicht ganz unähnlich und auch geographisch nicht weit voneinander entfernt. Außerdem haben beide in Südeuropa absolute Kernabsatzmärkte, die sie geradezu dominieren.

Knockando 12 Years
In den letzten Jahren hat Diageo allerdings seine Single Malts neu gruppiert und im Jahr 2005 die Reihe der usprünglich 1988 von UD initiierten sechs Classic Malts auf 13 Brennereien und ihre Produkte zur sog. Classic Malts Selection erweitert. Aufgegeben wurden zeitgleich die Hidden Malts und Rare Malts Reihen.
In diese Classic Malts Selection wurden jetzt unter anderen auch Cardhu und Knockando eingegliedert.
Eine der Besonderheiten des Knockando Single Malt bleibt nach wie vor das Jahrgangskonzept. Er wird weniger streng nach Alter, sondern vielmehr nach Jahrgängen (vintages) auf Flaschen gezogen, wobei diese allerdings fast immer eine gleiche Reifezeit aufweisen. Die Standardabfüllung stellt somit ein Knockando Vintage mit meist 12 Jahren Reifezeit dar, gefolgt von einem meist 18-jährigen Knockando Slow Matured hauptsächlich für den französischen Markt. In relativ regelmäßigen Abständen wird außerdem ein Extra Old Master Reserve abgefüllt, der meist 21 Jahre oder älter ist.
Bei Knockando wird unter 10% des hergestellten Whiskies als Single Malt vermarktet, der Löwenanteil der Brennerei am Spey mit ihrer Kapazität von knapp 1,3 Mio. Whisky jährlich geht nach wie vor in die J&B Blended Whiskies, J&B Rare ist nach Johnny Walker Red Label der zweitmeistverkaufte Scotch Whisky der Welt, und im Gegensatz zu diesem nach wie vor geprägt von den relativ leichten Speyside Malts der IDV-Brennereien.
Der für den Single Malt vorgesehene Whisky wird in traditionellen Lagerhäusern vor Ort hauptsächlich in Ex-Bourbonfässern von Makers Mark und Jack Daniels gelagert, in die älteren Vintages fließt ein geringer Teil von sherryfassgelagertem Malt mit ein.
Auch wenn Knockando über kein Besucherzentrum verfügt, ist es ausgesprochen empfehlenswert, an einem schönen Tag am Spey entlang der aufgelassenen Bahnstrecke zu wandern, und die sehr ästhetische Anlage, die viel vom viktorianischen Charme bewahrt hat, zu bewundern.
01/2008



Wasser: Cardnach Spring

Mash tuns: 1 , : 4,0 Tonnen

Washbacks: 4 , : 86.000 Liter

Adresse:
Knockando, Aberlour, Banffshire,
AB38 7RP

Tel: +44 (0)1340 810205
Fax: +44 (0)1340 810369

Homepage

Washstills: 2 , : 32.000 Liter

Spiritstills: 2 , : 32.000 Liter

: 1.300.000 Liter Alkohol pro Jahr

Jahresproduktion: 1.290.000 Liter Alkohol pro Jahr(Im Jahr 2007)

Befeuerung: Dampf

Besitzer: Diageo

Es sind weitere Abbildungen zu Knockando vorhanden
 

Interaktive Karte: