Details zur Destillerie Glen Ord

Bedeutung des Namens: "Tal des runden Hügels"

Foto von Glen Ord
Glen Ord
Thomas MacKenzie erbaute die Destillerie Glen Ord im Jahre 1838 auf seinem Land in der Nähe der Ortschaft Muir of Ord und verpachtete sie an Robert Johnstone und Donald McLennan. 1847 musste sich Robert Johnstone aus finanziellen Gründen zurückziehen. 1855 wurde die Brennerei an Alexander McLennan und Thomas McGregor verkauft. Nach dem Tod von Alexander McLennan 1870 übernahm 1877 Alexander MacKenzie, der neue Ehemann von McLennans Witwe, die Destillerie. Bereits ein Jahr später wurde sie kurz nach der Renovierung des Brennhauses durch ein Feuer größtenteils zerstört, aber sofort wieder aufgebaut. Im Jahr 1896 starb MacKenzie, die Destille wurde an James Watson & Son, eine Blenderfamilie aus Dundee, verkauft. Watson renovierte die Brennerei und vergrößerte den Mälzboden. Während des ersten Weltkrieges war die Brennerei von 1917 bis 1919 stillgelegt. 1923 wurde sie nach dem Ableben von James Watsons Sohn an Thomas Dewar ( John Dewar & Sons, Dewar's Blends) verkauft. John Dewar & Sons vereinigten ihr Geschäft 1915 mit James Buchanan ( u.a. Black and White ) zu Buchanan-Dewar. Dieses Unternehmen wurde mit anderen 1925 von der DCL (Distillers Company Limited) erworben, die noch im gleichen Jahr ebenso die SMD (Scottish Malt Distillers, 1914 gegründeter Zusammenschluss aus fünf Lowland Brennereien) übernahm. Zusammen mit u.a. Dalwhinnie und Talisker wurden 1930 auch die operativen Geschäfte für Glen Ord an die SMD übergeben. Während des zweiten Weltkrieges blieb die Destillerie von 1939 bis 1945 wiederum geschlossen. Im Jahr 1961 wurden die Mälzböden aufgelassen und stattdessen eine Mälzerei vom Typ Saladin (Saladin Boxes) eingerichtet. Zwischen 1958 und 1966 wurde bei Glen Ord in einer Versuchsreihe untersucht, ob unterschiedliche Arten der Brennblasenbeheizung (Kohle, Öl, Dampf) den Geschmack des resultierenden Whiskies beeinflussen. Als Ergebnis der Experimente wurde 1966 die Anzahl der Brennblasen von zwei auf sechs erhöht und die Befeuerung von Kohle auf Dampf umgestellt. Im Jahr 1968 wurde auf dem Gelände der Brennerei eine große Trommelmälzerei (Drum Maltings) errichtet, wobei die Destillerie selbst ihr Malz noch bis 1983 aus dem 1961 eingebauten Saladin Boxsystem bezog.
Guiness übernahm 1987 die unbeweglich gewordene DCL, die Brennereien kamen zur Spirituosentochter United Distillers (UD). Zehn Jahre nach der Übernahme der DCL fusionierte Guiness mit Grand Metropolitan, aus beiden wurde 1997 der Spirituosengigant Diageo geformt. United Destillers (UD) und die Spirituosensparte von Grand Metropolitan, International Destillers and Vintners (IDV) werden zur Diageo-Tochter United Destillers and Vintners (UDV). Als erste Eigentümerabfüllung erscheint Glen Ord lediglich in UDVs "Rare Malts" Reihe als 23-jähriger von 1974, bleibt also in der Tat eher selten.
1988 richten die neuen Besitzer ein Besucherzentrum ein, vermarkten Glen Ord aber erst 2002 als 12-jährigen in einer regelmäßigen Eigentümerabfüllung innerhalb ihrer sogenannten "Hidden Malts"-Reihe, zu der auch Caol Ila und Glen Elgin gehören.
Ein Jahr später erscheint eine limitierte Abfüllung eines 28-jährigen Glen Ord in Fassstärke, 2004 gefolgt von einer 25-jährigen und 2005 von einer 30-jährigen Abfüllung, beide ebenfalls unverdünnt abgefüllt.
Erst ziemlich spät scheint Glen Ord, der schon unter mehreren Bezeichnungen wie Glen Oran, Ord, Ordie und Glenordie verkauft wurde, nun im Zuge des anhaltenden Aufschwungs beim Single-Malt-Verkauf auch langsam ins Rampenlicht zu rücken. Im Jahr 2006 wird er bei der Erweiterung der 6 Classic Malts zur 13 Brennereien umfassenden Classic Malts Selection berücksichtigt, und zunächst v.a. für die Travel-Value Märkte Asiens wird ein 12-jähriger Glen Ord unter der Bezeichnung "The Singleton of Glen Ord" herausgebracht.

Vielleicht liegt die vergleichsweise geringe Beachtung des Glen Ord Single Malts auch ein wenig an der beinahe schon versteckten Lage der Brennerei, die ihn erzeugt. Die Destillerie wird überschattet von der 1968 erbauten riesigen Trommelmälzerei, die acht weitere Brennereien der nördlichen Highlands mit Malz versorgt, darunter sechs des eigenen Unternehmens wie z.B. Clynelish, Teaninich und Talisker, aber eben auch andere wie Balblair und Tomatin. Die Mälzerei verfügt über 18 Trommeln mit einer Kapazität von jeweils 30 Tonnen, die ihre Gerste mit Zugladungen zu jeweils 600 Tonnen angeliefert bekommt. Sie verarbeitet pro Woche bis zu 1000 Tonnen Getreide zu Malz.
Daneben befindet sich eine große Aufbereitungsanlage für die Dark Grains, in der diese wertvollen Nebenprodukte des Destillierens zu Viehfutter aufbereitet werden.

In der Brennerei Glen Ord selbst befindet sich ein Maischebottich (mash tun), der über 12 Tonnen aufnehmen kann, die hier erzeugte Maische wird in acht Gärbottiche (wash backs) aus Douglasienholz geleitet, deren Kapazität bei jeweils 70.000 Litern liegt. Der erste Destillationslauf findet in drei Rohbrandbrennblasen (wash stills) statt, ihre Kapazität liegt bei jeweils 18.000 Litern.
Die hier erzeugten sog. "low wines" werden ein zweites Mal in den ebenfalls drei vorhandenen Feinbrandbrennblasen (spirit stills) mit einer etwas geringeren Füllmenge von je 15.500 Litern gebrannt. Das so erzeugte Destillat wird anschließend in Ex-Bourbon und Refill-Sherryfässern in einem der fünf traditionellen Lagerhäuser vor Ort, die bis zu 12.000 Fässer aufnehmen können, gelagert.

So logisch die große Mälzerei bei Glen Ord ist -die Brennerei liegt unweit der "Black Isle" genannten Halbinsel am Moray Firth, die eine der großen Kornkammern Schottlands darstellt- so erstaunlich ist eben die Tatsache, dass Glen Ord hier seit vielen Jahren allein liegt. Auch an gutem klaren Wasser mangelt es nicht, die Brennerei wird aus dem All't Fionnaidh gespeist, dem sogenannten "white burn" (weißer Bach). Dieser wiederum wird gespeist von zwei Gebirgseen, dem Loch Nan Eun und dem Loch Nam Bonnach.
Ersteres heißt "See der Vögel", letzteres "See des Rauchs". Die Namen sollen ausdrücken, dass der See der Vögel allein von Regenwasser gespeist wird, der See des Rauchs dagegen durch unterirdische Quellen. Damit ist der Glen Ord ein Inbegriff des uisge beatha, des Wassers des Lebens, denn er entsteht aus Elementen sowohl des Himmels wie der Erde. Und er dankt es uns mit einem unvergleichbar milden Geschmack, der bei aller Leichtigkeit etwas unverwechselbar Erdiges im lange verhallenden Aroma enthält.
10/07

Wasser: All't Fionnadh (White Burn)

Mash tuns: 1 , : 12,0 Tonnen

Washbacks: 8 , : 560.000 Liter

Adresse:
Muir of Ord, Ross-Shire IV6 7 UJ

Tel: : 0044 - 1463 872004
Fax: 0044 - 1463 872008

Homepage

Washstills: 3 , : 54.000 Liter

Spiritstills: 3 , : 46.500 Liter

: 3.400.000 Liter Alkohol pro Jahr

Befeuerung: Dampf

Besitzer: Diageo

Es sind weitere Abbildungen zu Glen Ord vorhanden
 

Interaktive Karte: