Details zur Destillerie Caol Ila

Bedeutung des Namens: "Sund von Islay"

Foto von Caol Ila
Caol Ila
Die Destillerie Caol Ila liegt eingebettet in eine kleine felsige Bucht unweit des Hafenortes Port Askaig auf Islay, und überblickt den engen Sund von Islay, der diese Insel von ihrer Nachbarinsel Jura trennt. Dementsprechend hat man von der Brennerei einen herrlichen Blick hinüber nach Jura, und Caol Ila bedeutet dann auch passenderweise auf gälisch "Sound of Islay", bezeichnet also den Sund von Islay.
Caol Ila ist die Brennerei mit dem aktuell größten Produktionsvolumen der Insel, und auch eine der größeren der 27 zu Diageo gehörenden.

Die Brennerei wurde 1846 von Hector Henderson gegründet, seine Firma Henderson, Lamont & Co. erfuhr jedoch 1852 finanzielle Schwierigkeiten und musste die Brennerei verkaufen. Käufer war Norman Buchanan, dem zu dieser Zeit auch die damalige Brennerei auf der Insel Jura gehörte.

Auch er geriet in Geldnot und verkaufte 1863 an die Firma Bulloch, Lade & Co. aus Glasgow, die sich auf den Whiskyhandel spezialisiert hatten.
Diesem Unternehmen ging es derzeit so gut, dass sie 1879 umfangreiche Umbauarbeiten und eine Vergrößerung Caol Ilas vornahmen. Nach dem großen Whiskycrash durch die Firma Pattison um die Jahrhundertwende kam aber auch Bulloch, Lade und Co. in Schieflage, und die Brennerei wurde von Caol Ila Distillery Ltd., Robertson & Baxter, Dewar's und der DCL anteilig geführt.
Die DCL (Distillers Company Limited) übernahm 1927 die vollständige Kontrolle und übertrug 1930 die Geschäfte für alle ihre damals 41 Malt Brennereien inklusive Caol Ila an die 1925 ebenfalls übernommenen SMD (Scottish Malt Distillers). Diese legten die Brennerei zunächst einmal still, nahmen sie dann jedoch 1937 wieder in Betrieb. Während des zweiten Weltkrieges ging Caol Ila wie die meisten anderen Brennereien wiederum außer Produktion, die jedoch 1945 wieder aufgenommen wurde. In den Jahren 1972 bis 1974 wurde sie fast vollkommen neu errichtet bis auf das große Lagerhaus; zu dieser Zeit wurde dementsprechend in der Brennerei Brora mit hohen Torfgehalten gebrannt, um keine Lücken in der Versorgung der zukünftig abzufüllenden Blends aufkommen zu lassen. Beim Neubau wurden 3 Brennblasenpaare eingebaut nach Vorlage des alten Paars.
Trotz des architektonisch für Romantiker sicherlich fragwürdigen Konzepts wird bei Caol Ila nach wie vor ein erstklassiger, oftmals unterschätzter Single Malt hergestellt. Bis heute hat er einfach nicht den Kultstatus wie z.B. die Whiskies der Kildalton-Brennereien aus dem Süden der Insel, doch das liegt hauptsächlich in der Tatsache begründet, dass ihm erst sehr spät von den Marketing-Abteilungen UDs und seiner Nachfolger (UDV; Diageo) die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Caol Ila bezieht sein Malz von der konzerneigenen Großmälzerei in Port Ellen mit einer Spezifikation von circa 30-35ppm Phenolgehalt, wenn nicht Highland Style destilliert wird.
Das Malz wird nach dem Maischen im gusseisernen Maischebottich (mash tun) in die acht Gärbottiche zu einer extrem langen Gärung überführt. Diese ist mit mindestens 80 und bis zu 120 Std. noch länger als z.B. bei Talisker, und trägt sicherlich zur Qualität des Single Malt erheblich bei. Die Gärbottiche haben jeweils eine Kapazität von 60.000 Litern und sind aufgrund ihrer enormen Höhe aus Lärchenholz gefertigt. Nach Beendigung der Gärung wird die entstandene bierähnliche Flüssigkeit (wash) in die drei Rohbrandbrennblasen (wash stills) geleitet, die jeweils etwas über 35.000 Liter aufnehmen könnten. Um einen möglichst hochqualitativen Malt zu erzeugen, werden sie jedoch zur Steigerung des Rücklaufs mit nur circa 18.000 Litern befüllt. Die durch diesen ersten Destillationslauf erzeugte Flüssigkeit, die vom Alkoholgehalt etwa mit Likörweinen vergleichbar ist, und als "low wines" bezeichnet wird, kommt für die zweite Destillation in die drei vorhandenen Feinbrandbrennblasen (spirit stills). Diese haben eine Kapazität von jeweils gut 29.500 Litern, werden jedoch ebenfalls nur mit etwa 12-14.000 Litern befüllt. Die Destillationsdämpfe werden in modernen Kondensatoren gekühlt, und der so entstandene " new make spirit" anschließend hauptsächlich in Bourbonfässern gereift. Caol Ila erzeugt jährlich zur Zeit etwa 3,5 Mio. Liter davon.

Von 1989, ein Jahr nach Erscheinen der sechs Classic Malts, bis 1992 bringen United Distillers nach und nach 22 weitere ihrer Single Malts als Eigentümerabfüllungen in der zunächst Wildlife, später dann Flora & Fauna genannten Reihe auf den Markt; Caol Ila ist einer der ersten, er kommt als 15-jähriger mit 43% Vol und einem Seehund auf dem Etikett. In dieser Reihe erscheint er 1997 nochmals in auf nur 1.800 Flaschen begrenzter unverdünnter Form mit 63,8% Vol. aus 1981.

Caol Ila 12 Years
Daneben erschien dann ab 1995 die Rare Malts Serie, die ursprünglich für den Duty Free Markt entwickelt wurde, dann aber auch ihren Weg zum internationalen Fachhandel fand.
Auch innerhalb dieser stets unverdünnt abgefüllten Serie erschien Caol Ila häufig. Häufig bedeutet, dass er im Gegensatz zu fast allen anderen Rare Malts beinahe jedes Jahr neu aufgelegt wurde. Offenbar war die Nachfrage nach Caol Ila also schon in den 90ern vergleichsweise hoch. Es gab Rare Malts in den Jahren 1995, 1996, 1997, 1998 und 1999. Erst dann trat eine Pause ein, und die letzte Abfüllung als Rare Malt kam aus 1978, erfolgte 2002 und war auf 6.000 Flaschen mit 61,7% Vol. begrenzt.

Erst in diesem Jahr 2002 dann bringen UDV (Diageo) pünktlich zum Islay Festival die ersten offiziellen Eigentümerabfüllungen seit den Flora & Fauna sowie Rare Malts heraus: Caol Ila erscheint mit Clynelish, Glen Elgin und Glen Ord in der Reihe der sog. "Hidden Malts", also der versteckten, in gleich drei Varianten: als 12-jähriger sowie als 18-jähriger Malt mit jeweils 43% Vol., außerdem als Fasstärken-Abfüllung ohne Altersangabe, vermutlich etwa 10-jährig mit etwa 55 % Vol.
Bereits ein Jahr später, also 2003, erscheint zur Freude der Anhänger dieses Malts ein 25-jähriger unverdünnter Caol Ila aus 1978 mit 59,4 % Vol., der auf 6.000 Flaschen begrenzt war.
Im Jahr 2005 bringt Diageo erneut eine 25-jährige Spezialabfüllung ("Special Release") fassrein auf den Markt, diese hat 58,4 % Vol. Eine 2. Ausgabe dieser Abfüllung kommt 2006 und ist auf 6.000 Flaschen begrenzt.
Im selben Jahr gibt es erstmalig eine Eigentümerabfüllung ungetorften Caol Ilas im sog. "Highland Style". Sie ist 8 Jahre gereift aus 1997 unverdünnt mit 59,8% Vol. und einer Auflage von 12.990 Flaschen, und geht zurück auf Experimente mit bis zu vollkommen ungetorftem Malz, die in dieser Brennerei bereits in den 1980ziger und vermehrt seit Ende der neunziger Jahre gemacht wurden, sowohl um die Auslastung der Brennerei zu sichern, wie auch genügend Malt für die großen Blends des Konzerns bereit zu stellen. Da diese Versuche sehr erfolgreich verliefen, wurde diese Variante seitdem jährlich produziert. In den letzten beiden Jahren jedoch wurde die Produktion ungetorften Caol Ilas gestoppt, da die Nachfrage nach getorftem Islay Whisky beständig weiter steigt.

Darüber hinaus erscheint Caol Ila 2006 zusammen mit Clynelish als einer der ersten der von sechs Classic Malts auf nunmehr 13 zur Classic Malts Selection gehörenden Brennereien in der von den ursprünglichen sechs schon bekannten Nachreifungs-Variante, die als sog. Distillers Edition vermarktet werden. Er kommt bei Caol Ila aus 1993 mit einer Nachreifung in Moscatel-Sherryfässern und 43% Vol., und ist auch für den Duty Free Markt vorgesehen.
Das Jahr 2007 sieht die 2. Auflage sowohl der Distillers Edition, diesmal aus 1995, als auch des wiederum 8-jährigen fassreinen ungetorften diesmal aus 1998 und mit 64,9 % Vol.
Für die "Friends of the Classic Malts" erscheint die Abfüllung eines Caol Ila mit 43% Vol., allerdings ohne Altersangabe oder Angaben hinsichtlich einer Limitierung der Auflage. Es kann aber wohl davon ausgegangen werden, dass es sich um eine ähnliche Auflage wie bei der Abfüllung des Talisker Single Malt für die "Friends" handeln dürfte.
Im Jahr 2008 kommt innerhalb der Special Releases die dritte Auflage des 8-jährigen ungetorften Caol Ila unverdünnt mit 64,2% und auf 5.664 Flaschen begrenzt. Er wurde 1991 hergestellt.
Im Jahre 2009 erscheint innerhalb der 9. Special Releases im Herbst die nun inzwischen 4. Auflage des Caol Ila unpeated mit nun 10 Jahren Alter, einer Fassstärke von 65,8% Vol und begrenzt auf 6.000 Flaschen.

Der Besitzer hat offenbar endlich das Potential dieser Brennerei entdeckt, und überlässt es nicht mehr nur den unabhängigen Abfüllern, uns mit hervorragenden Single Malt Varianten zu erfreuen. Nach wie vor gibt es Caol Ila aber auch in großer Zahl von allen bekannten Unabhängigen wie Cadenheads, G&M, Signatory, Duncan Taylor u.v.m.
Die Zukunft der insgesamt elf Angestellten sieht also auf absehbare Zeit gut aus, was v.a. auch den Destilleriemanager Billy Stitchell freuen dürfte, denn nicht nur er hat inzwischen schon Jahrzehnte hier gearbeitet, sondern auch sein Vater, beide Großväter und sein Urgroßvater. Diese ununterbrochene "Familienzugehörigkeit" drückt die tiefe Verbundenheit der Menschen auf Islay zu ihren Brennereien aus.

11/09







Wasser: Loch Nam Ban (Torrabolls Loch)

Mash tuns: 1 , : 11,5 Tonnen

Washbacks: 8 , : 480.000 Liter

Adresse:
Caol Ila, by Port Askaig, Isle of
Islay, Argyll, PA46 7RL

Tel: 0044 - 1496 302 760
Fax: 0044 - 1496 302 763

Homepage

Washstills: 3 , : 105.000 Liter

Spiritstills: 3 , : 88.500 Liter

: 3.600.000 Liter Alkohol pro Jahr

Jahresproduktion: 3.650.000 Liter Alkohol pro Jahr(Im Jahr 2007)

Befeuerung: Dampf

Besitzer: Diageo

Es sind weitere Abbildungen zu Caol Ila vorhanden
 

Interaktive Karte: