Details zur Destillerie Ardmore

Bedeutung des Namens: "Große Anhöhe"

Foto von Ardmore
Die Brennerei Ardmore liegt am Ortsrand von Kennethmont einige Kilometer südlich von Huntly in den Hügeln von Aberdeenshire. Hier wurde sie 1898 von William Teachers Sohn Adam zur Produktion von Malt Whisky für ihren stark gefragten Teacher's Blend erbaut. Direkt an den Brennereigebäuden führt die Eisenbahnlinie Aberdeen-Inverness entlang, was zur damaligen Zeit sowohl die Versorgung des Betriebes mit Gerste und Kohle wie auch die Möglichkeit zum Abtransport des produzierten Whiskies sicher stellte.
Die Brennerei wurde zunächst im Jahre 1955 um ein Paar Brennblasen erweitert, um dann in den Jahren 1974 und 1975 eine Kapazitätsverdoppelung auf jetzt acht Brennblasen zu erfahren.
Damit gehört Ardmore zu den zehn größten Malt Whisky Brennereien Schottlands mit einer Kapazität von über 4 Millionen Litern Alkohol jährlich.
Kurz nach der Vergrößerung wurde die Firma William Teacher & Sons im Jahre 1976 an Allied Breweries (das spätere Allied Domecq) verkauft, und im Zuge dieser Übernahme die eigene Saladin Box Mälzerei aufgegeben. Unter der Regentschaft von Allied produzierte Ardmore zwar kontinuierlich, jedoch tat sich der Konzern mit der Vermarktung von Single Malts schwer. Fast alles konzentrierte sich auf die Blends Ballantine's und Teacher's, und außer Laphroaig wurde im Bereich Single Malts kaum etwas vermarktet. Ardmore fungierte als Arbeitspferd hinter den Kulissen und lieferte Malt für die berühmten Blends. Konzernintern wurden viele Prozesse bei der Brennerei Miltonduff zentralisiert abgewickelt. Erst kurz vor dem Verkauf Allied Domeqcs begann auch hier aufgrund des anhaltenden Single Malt Booms und der in den alteingesessenen Märkten eher stagnierenden Umsätze von Blended Whisky ein Umdenken. Für Allied kam es zu spät, für Ardmore erfreulicherweise nicht.
Beim Verkauf Allieds an Pernod Ricard im Jahre 2005 musste aus Wettbewerbsgründen ein Mitbieter ins Boot genommen werden in Gestalt der amerikanischen Firma Fortune Brands, die als große Marken im Whiskysektor vor allem Jim Beam Brands und Maker's Mark Bourbon besitzen.
Die Brennerei Laphroaig auf Islay ging im Zuge dieser großen Übernahmeschlacht an Fortune Brands, und ebenso die Marke Teacher's. Nach etlichem Tauziehen entschied man sich dann letzendlich auch dafür, die Brennerei Ardmore, die zusammen mit Glendronach die Kernmalts im Teacher's Blend herstellt, an Fortune Brands zu geben.
Dieser Besitzerwechsel 2005 stellte für Ardmore ein erfreuliche Wende dar. Die neuen Besitzer verfügen mit Ardmore und Laphroaig nur über zwei schottische Malt Whisky Brennereien, und einen alteingesessenen Scotch Whisky Markenblend in Form von Teacher's. Dementsprechend konzentrieren sich mehr Bemühungen nun auch wieder auf Ardmore.


Trotz der beeindruckenden Größe macht die Ardmore Destillerie nach wie vor schon äußerlich einen soliden, traditionellen Eindruck. Dieses Gefühl wird im Gegensatz zu vielen anderen Brennereien beinahe noch verstärkt, sobald man die Gebäude betritt.
Das mag auch daran liegen, dass man in der Brennerei immer Wert auf die Pflege auch alter Gerätschaften gehalten hat, die nach Modernisierungsmaßnahmen nicht mehr verwendet wurden. So ist beispielsweise immer noch die funktionsfähige Dampfmaschine aus der Gründerzeit nebst vielen anderen Utensilien als Ausstellungsobjekt erhalten, und es existiert eine eigene kleine Böttcherei zur Fassaufbereitung.
Betritt man die Produktionsanlagen, sieht man sich zunächst zwischen riesigen Getreidesilos (malt bins), in denen die den Anforderungen an den Torfungsgrad entsprechend angelieferte gemälzte Gerste zwischengelagert wird. Gefüllt machen sie die Brennerei für mehrere Wochen nahezu autark in der Whiskyherstellung. Die urtümliche, sehr selten gewordene Boby Getreidemühle braucht etwas über zwei Stunden, um für eine Füllung des Maischebottichs genügend Getreide zu sog. "grist" zu mahlen. Dieser rot gestrichene gusseiserne Maischebehälter (mashtun) mit seinem domförmigen Deckel aus Kupfer hat ein Fassungsvermögen von nicht weniger als 12,5 t Maische, die anschließend in einen der vierzehn hölzernen Gärbottiche (wash backs) aus Douglasienholz überführt wird. Zehn dieser Holzbehälter haben je 30.000 Liter Füllvolumen, vier in einem anderen Gärraum befindliche jeweils 60.000 Liter.
Nach Abschluss der Gärung wird die entstandene bierähnliche Flüssigkeit (wash) ins Brennhaus geleitet um dort wie üblich zweifach gerannt zu werden.
Das Brennhaus ist bei Ardmore von beeindruckender Größe, und hält wiederum Erinnerungen an vergangene Epochen der Whiskyherstellung parat. Die acht Brennblasen (stills) mit ihren jeweils etwa 15.000 Litern Fassungsvermögen stehen nebeneinander in einer imposanten Reihe. Steht man unten an den beiden Spirit Safes, fallen sofort die Luken für die Befüllung mit Kohle auf, die noch bis 2002 zur Beheizung der Brennblasen verwendet wurde. Ardmore war eine der letzten Brennereien Schottlands, die diese Art der direkten Außenbeheizung der Brennblasen aufgab, einerseits aufgrund der hohen Brandgefahr, andererseits wegen der EU-weit beständig steigenden behördlichen Umweltauflagen für Emissionsschutz.

Ardmore Traditional Cask
Zur Zeit der aufwändigen Kohlebefeuerung waren für die acht stills zwei Brennmeister notwendig, und obwohl sie aufgegeben wurde, sind bei Ardmore in den letzten Jahren durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Whisky vier neue Arbeitsplätze enstanden. Die Anlage arbeitet unter dem neuen Besitzer wie auch Laphroaig 24/7, d.h. durchgehend über die ganze Woche.
Der hier erzeugte außergewöhnliche Single Malt, der sich schon immer durch für Speyside Verhältnisse ungewohnte Torfigkeit auszeichnete, was auf der Verwendung mit etwa 10-15ppm getorften Malzes beruht- scheint nun endlich unter dem neuen Besitzer wie die ihn erzeugenden Brennerei die verdiente Aufmerksamkeit zu bekommen: wurde bisher trotz seiner Qualität und Finesse die Verfügbarkeit hauptsächlich durch den unabhängigen Abfüller Gordon und Mac Phail sichergestellt, der die Lizenz zur Abfüllung besaß, so gibt es seit Frühjahr 2007 das erste Mal in der Geschichte der Brennerei eine Originalabfüllung des Eigentümers für den allgemeinen Markt.
Die Ardmore Traditional Cask genannte mit 46% Vol. nicht kühl gefilterte Abfüllung ohne Altersangabe stammt aus Ex-Bourbon Fässern, die in sog. Quarter Casks (kleinen speziell angefertigten Fässern mit ca. 100 Litern Füllmenge) nachgelagert wurden.
Diese Nachlagerung (finish) sorgt aufgrund der relativ großen Oberfläche der kleinen Fässer zu einer stärkeren Aromenaufnahme aus dem Holz. Interessanterweise wurde diese Art der Nachlagerung schon zu Zeiten Allieds beim Laphraoig erfolgreich getestet. Der 2004 erschienene Laphroaig Quarter Cask war eine der erfolgreichsten Neuerscheinungen der letzten Jahre.
Ardmore Traditional Cask wurde zunächst im Duty Free Segment ebenfalls überaus erfolgreich getestet, und wird inzwischen seit etwa Weihnachten 2007 auch auf den freien Märkten Europas angeboten.
Etwa ein Jahr nach der erfolgreichen Einführung des Ardmore Traditional Cask legt man nun im November 2008 nach und bietet wiederum als exklusive limitierte Abfüllung im Travel Retail Markt (also v.a. auf Flughäfen) eine Originalabfüllung eines 25-jährigen Ardmore an. Er kommt in einer schönen Aufmachung in einer Holzbox daher und wird über 200 Euro kosten.
Die Masse des hier erzeugten Whiskies wird nach wie vor in Ballantine's und Teacher's gehen. Hierfür erzeugt Ardmore inzwischen neben dem üblichen getorften auch ungetorften Malt, doch wir freuen uns auf die hoffentlich anhaltende bessere Verfügbarkeit leicht getorften Ardmore Single Malts mit seiner wunderbaren Balance aus rauchiger Würze und fruhtiger Frische.
Für die beste und individuellste Führung, die wir bisher durch eine Brennerei erleben durften, danken wir George Forsyth und Gordon I. Grant an dieser Stelle nochmals ganz herzlich.
Wir hoffen, dass sie sich noch lange so an der steigenden Anerkennung, die "ihrer" Brennerei entgegen gebracht wird, erfreuen können wie zum Zeitpunkt unseres Besuchs.

here you go:
For the most friendly and informal, quite more than well-informed and authentic tour we ever came across, we'd like to say many many thanks to George Forsyth and Gordon I. Grant.
You proved yourself being not only men of practise when it comes to running such a fairly large scale operation, but perfect guides with enchanting enthusiasm in their work.
We got an individual, privileged insight into everything that's going on at Ardmore, full of memorable facts, clearly presented in logical order with excellent detailed information covering every part of the process leading to this extraordinary Highland Single Malt.
We wish you many years to come for your obvious enjoyment in the increasing acknowledgement Ardmore gets under the new owners. Regarding the quality of the malt and the infectious pleasure you take in making -and being- Ardmore, it is more than deserved.

12/07






Wasser: Quellen aus Knockandy Hill

Mash tuns: 1 , : 12,0 Tonnen

Washbacks: 14 , : 540.000 Liter

Adresse:
Kennethmont, Huntly, Aberdeenshire
AB54 4NH

Tel: 0044 -1464 831213
Fax: 0044 - 1464-831 428

Homepage

Washstills: 4 , : 60.000 Liter

Spiritstills: 4 , : 60.000 Liter

: 4.000.000 Liter Alkohol pro Jahr

Jahresproduktion: 4.200.000 Liter Alkohol pro Jahr(Im Jahr 2007)

Befeuerung: Dampf

Besitzer: Fortune Brands

Es sind weitere Abbildungen zu Ardmore vorhanden
 

Interaktive Karte: